Interview mit Sophie Bunse
Verraten Sie uns Ihr Alter?
29 Jahre
Wie lange sind Sie schon verheiratet?
Seit drei Jahren, geheiratet habe ich sogar in Wuppertal.
Wo wohnen Sie?
Meine Dienstwohnung ist an der Kirche St. Mariä Himmelfahrt in Wuppertal. Mein Mann wohnt mit mir dort.
Woher stammen Sie?
Aus Leverkusen. Meine Heimatgemeinde war St. Remigius in Opladen.
Wie sah Ihre Schullaufbahn aus?
Nach dem Abitur begann ich mit dem Studium der Katholischen Theologie. Ich wechselte jedoch schon nach kurzer Zeit zur Religionspädagogik und ließ mich zur Gemeindereferentin ausbilden. 2010 machte ich mein Examen hierzu. Im reinen Theologiestudium fehlte mir der Praxisbezug und die Spiritualität. Dann habe ich noch Lehramt für die Sekundarstufe I studiert.
Beschreiben Sie uns kurz Ihren Ausbildungsweg bis hierhin?
Nach sorgfältiger Prüfung der Eignung und nach Abschluss des berufspraktischen Jahrs (Anerkennungsjahr) gibt es mit einer Personalreferentin ein Perspektivgespräch im Generalvikariat Köln. Man kann dann noch regionale Wünsche äußern. Auch die persönliche Situation wird berücksichtigt, wo zum Beispiel der Ehepartner arbeitet. Bei mir war es so, dass ich drei Monate später, also im Mai diesen Jahres die Zuweisung zum Gemeindeverband Barmen-Nordost erhielt.
Wer war die erste Person, die Sie hier antrafen?
Pfarrer Lemke in St. Johann Baptist und die Sekretärin Frau Trautmann wegen meiner Dienstwohnung.
Haben Sie Haustiere?
Wir haben ein 125-Liter-Aquarium mit verschiedenen Fischen.
Was sind Ihre Hobbys?
Ich spiele aktiv Badminton. Früher hatte ich auch eine Dauerkarte für Bayer 04 Leverkusen.
Fußballtechnisch bin ich zurzeit aber eher von der Mannschaft enttäuscht. Schleichend machte sich bei mir immer mehr Frustration über ihre Misserfolge breit, da sie schon so oft kurz vor der Meisterschaft standen und es dann aber nicht reichte. Ich sehe mich jedoch als Beobachterin des Vereins und freue mich immer noch, wenn er gewinnt.
Was würden Sie tun, wenn Leverkusen Meister werden würde?
…klar, ich würde mir Sonderurlaub geben lassen, feiern gehen (lacht), …das wäre wie Pfingsten und Weihnachten auf einen Tag!
Welche sonstigen Leidenschaften haben Sie?
Zusammen mit meinem Mann übe ich leidenschaftlich gern das ‚Geocaching‘ aus.
Können Sie uns kurz erklären, worum es sich dabei handelt?
„Cache“ heißt „Versteck“. Es handelt sich gewissermaßen um eine Schnitzeljagd mit unbekanntem Ziel. Irgendwo da draußen, vielleicht sogar ganz nah an meinem Wohnsitz, könnte sich ein Schatz in Form einer Tupperdose (wetterdicht abgeschlossen) befinden. Ziel meiner bzw. unserer Entdeckungstour ist es, diese Tupperdose zu finden. In ihr befindet sich ein Logbuch, in das sich die Finder eintragen. Manchmal enthält sie auch kleine Utensilien wie zum Beispiel ein Radiergummi, ein Haargummi, eine Perle, die man durch ein eigenes Mitbringsel austauschen kann. Es gibt aber immer auch Cacher, die nie etwas ablegen.
Wie können Sie so genau wissen, wo sich der gesuchte Fundort befindet?
Jeder Geocacher ist mit einem GPS-Gerät ausgestattet. Wie mit einer Kompassnadel zeigt es mir an, wo sich der Schatz genau befindet. Die entsprechenden Startkoordinaten suche ich mir auf einer Internetplattform für Geocacher. Hier gibt es auch Foren, über die Geocacher aus aller Welt kommunizieren können.
Heißt das, Sie könnten überall auf der Welt, beispielsweise auf einer exotischen Insel, auf diese außergewöhnliche Schatzsuche gehen?
Ja, wir haben schon fast überall Dosen gefunden. Den ‚Schatz‘ tatsächlich zu finden und dafür Rätsel selber gelöst zu haben, ist ein tolles Gefühl! Mehr dazu findet man im Internet, z.B. unter www.geocaching.de oder auch im Buch „Aufzeichnungen eines Schnitzeljägers“ von Bernhard Hoecker.
Gab es in Ihrer Schulzeit Lieblings- bzw. Albtraumfächer?
Ich hatte in der Oberstufe Reli und Philosophie parallel. Die Geisteswissenschaften haben es mir angetan. Ungeliebte Fächer sind eigentlich immer die Naturwissenschaften gewesen - wobei Mathematik mir heute oft hilft, z.B. beim eben geschilderten Hobby.
Welchen Aufgabenbereich haben Sie in unserer Gemeinde?
Ich bin zuständig für die Erstkommunion in St. Konrad, St. Marien und St. Pius. Ich bereite die Schulgottesdienste für die Grundschulen Thorner Straße, Haselrain, Lentzestraße, Friedhofstraße, Germanenstraße und Schützenstraße vor und führe sie durch, teilweise im Team mit evangelischen Verantwortlichen.
Was ist Ihnen an dem Beruf der Gemeindereferentin wichtig?
Glaubensvorbild zu sein und Gemeinde mitzugestalten. Als Frau jung, modern und gläubig zu sein, ist möglich. Als Seelsorgerin arbeite ich mit Menschen aller Altersgruppen zusammen. Das reizt mich sehr.
Wie sehen Sie die Aufgabe der Kirche in der Zukunft? Was könnte verändert werden, damit Kirche lebendig bleibt?
Tja, wenn ich das wüsste... Ideen brauchen leider Zeit. Hauptaufgabe der Kirche ist es und wird es weiter sein, dass wir die Menschen noch erreichen und dafür werden wir einiges aktiv tun müssen.
Gab es eine Schlüsselfigur bei Ihrer Berufsentscheidung?
Das war ganz klar in der Reihenfolge erstens meine Firmkatechetin, dann meine Religionslehrerin in der Oberstufe am Gymnasium. Die Art und Weise, wie sie modern, authentisch, ehrlich und kirchentreu Zeugnis von Ihrem Glauben abgelegt hat, hat mich begeistert.
Charakterisieren Sie die Gemeinde mit drei Adjektiven.
Herzlich, engagiert, tolerant.
Haben Sie eine Lieblingsbibelstelle?
Das ganze Buch Rut im Alten Testament.
Welches Jahresfest mögen Sie am meisten?
Das ist für mich auf jeden Fall Ostern. Zwischen Gründonnerstag über Karfreitag bis zur Osternacht erlebe ich dieses Hochfest als besonders beeindruckendes Ereignis jedes Jahr aufs Neue.
Wo ist Ihr Lieblingsplatz in der Kirche?
Die Chorempore, da ich gerne singe und die Taufkapelle in St. Marien.
Von welchem Gericht können Sie nie genug bekommen?
Pizza Spinat. Ich koche gerne, aber eher im Alltag. Am Wochenende kocht auch schon mal mein Mann.
Was ist Ihr nächstes Reiseziel?
Der nächste Urlaub findet im Winter irgendwo in der Region statt. Für den Sommer planen wir eine Rundreise durch Skandinavien, die steht aber noch nicht ganz fest.
Haben Sie ein Traumreiseziel?
Ja, mit dem Motorrad zum Nordkap.
Was verbindet Sie mit Wuppertal?
Es ist der Ort meiner kirchlichen Trauung. Wir haben in Herz-Jesu in der Elberfelder Nordstadt geheiratet. Der Bezug zu Wuppertal entstand schon vor mehreren Jahren durch das Studium und die Berufstätigkeit meines Mannes. Zurzeit pendelt er jedoch nach Lüdenscheid.
Haben Sie ein Lieblingsbuch?
„Die Hütte – ein Wochenende mit Gott“ (Young/Goerden) Es ist so faszinierend, dass man nach den ersten Seiten nicht mehr mit dem Lesen aufhören kann.
Haben Sie einen Lieblingsfilm?
„Von Menschen und Göttern“. Es könnte sicher mal eine Anregung für einen gemeinsamen Filmabend in der Gemeinde sein. Im Mittelpunkt der Handlung steht der interreligiöse Dialog.
Haben Sie ein Lieblingslied?
(lacht) Ja, es sind der Song „Mr. Curiosity“ von Lena Meyer-Landrut, der Evergreen-Gospel „Oh, Happy Day“ und das moderne geistliche Lied „Meine Zeit steht in deinen Händen“.
Was ist Ihr Lebensmotto?
„In der Mitte der Schwierigkeiten liegen die Möglichkeiten.“ (Einstein) Es heißt für mich ‚nie aufgeben‘, es gibt fast immer eine Lösung, wenn man dranbleibt, darum kämpft und (ganz wichtig) den Dingen Zeit gibt.
Herzlichen Dank für das Interview. Wir wünschen Ihnen einen guten Start und Gottes Segen für Ihre Zukunft!
Kürzungen und sinnerhaltende Änderungen vorbehalten.
Stephanie Thielen-Schroeder & Peter Leermann